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Gelenau. Die Vorbereitungen der Ringer des RSK "Jugendkraft 1898" Gelenau auf die neue Saison der 2. Bundesliga Ost laufen. Einer, der den Verein in der Serie 2001/02 erheblich verstärken soll, ist nicht mit dabei. Dass Ondrej Jaros nicht an den Ausdauerläufen und Matteneinheiten teilnimmt, liegt aber keineswegs an einer laschen Einstellung - im Gegenteil: Der 27-jährige Tscheche konzentriert sich in seiner Heimat voll und ganz auf den Ringkampf. Fast täglich absolviert Jaros, der zusätzlich Sportmanagement studiert, zwei Trainingseinheiten bei dem Verein Olymp in Prag. Unweit der tschechischen Hauptstadt begann seine sportliche Karriere vor 20 Jahren. Mittlerweile kann der im griechisch-römischen Stil kämpfende Tscheche auf unzählige Erfolge verweisen, wobei er auch international zu den Topleuten in seinem Gewichtsbereich (76 kg) zählt. Hervorzuheben sind der zweite Platz bei der Studenten-Weltmeisterschaft vergangenes Jahr in Tokio sowie seine drei Europameisterschaftsteilnahmen bei den Männern. Und der Neu-Gelenauer hat sich noch einiges vorgenommen.
Doch der Erfolg fordert auch Opfer: Viele Wettkämpfe, Trainingslager und Übungseinheiten sorgen für einen vollen Terminkalender. "Ich bin etwa 140 Tage im Jahr unterwegs", schätzt der Single, der sich in seiner Freizeit keiner Freundin, sondern höchstens einmal seiner Waffensammlung widmet.
Eine seiner Reisen führte ihn in diesem Jahr zur EM nach Istanbul, wo er Rang 11 belegte. Trotz des guten Ergebnisses war der Student nicht zufrieden, da er insgeheim sogar auf eine Medaille gehofft hatte. Dass dies kein utopisches Ziel war, beweist die Tatsache, dass sich Jaros nach seinem überzeugenden Auftaktsieg dem späteren Vierten nur knapp (1:3) und seiner Meinung nach auch auf fragwürdige Weise geschlagen geben musste: "20 Sekunden vor Schluss zog ich einen Wurf über die Brust, aber der Kampfrichter gab nur eine Eins." Vergangenes ist abgehakt.
Der 27-Jährige, der seit zehn Jahren für deutsche Vereine ringt und zuletzt für Lugau auf Punktejagd ging, hat sich neue Ziele gesetzt. Was den Einzelbereich betrifft, hofft er, 2004 bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Unmittelbar bevor steht die Weltmeisterschaft in New York, die Jaros noch nicht abgeschrieben hat. Schließlich gebe es im tschechischen Verband keine großen finanziellen Probleme mehr, und die Organisation funktioniere besser. Nachdem er bislang nicht berücksichtigt wurde, soll es diesmal anders sein. Sollte er in den USA dabei sein, würde der Prager dem RSK zum Saisonauftakt fehlen.
Erste Gelenauer Luft hat er jedoch bereits geschnuppert: Beim Vereinsfest traf der Student seine neuen Kollegen und bezeichnete sie als eine "gute Mannschaft". Das Team seinerseits war ebenfalls positiv angetan und hofft wohl zurecht auf eine echte Verstärkung für die neue Saison - auch wenn Jaros die Vorbereitung darauf nicht in Gelenau absolviert.
von Andreas Bauer |
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