Riegelsberg.
 Nach drei erfolglosen Jahren hat der RSK Gelenau wieder einen Medaillengewinner bei einer Deutschen Meisterschaft. Mit einer bärenstarken Leistung sicherte sich Rico Richter am Wochenende die Bronzemedaille bei den Titelkämpfen der Jugend C im freien Stil in der Gewichtsklasse bis 42 kg und sorgte damit für den größten Erfolg des Vereines seit der Silbermedaille von Alexander Kerz im Jahr 2000. Noch bemerkenswerter ist der Erfolg des Gelenauer Nachwuchstalentes aufgrund der Tatsache das er sich größtenteils gegen ältere Konkurrenz durchsetzen musste und er auch noch im nächsten Jahr noch in dieser Altersklasse an den Start gehen darf. Für Richter, der am Ende des Turniers als einziger Sachse auf dem Siegerpodest stehen sollte, begann das Turnier am Freitag Abend mit einem Freilos. So konnte sich der 13-jährige noch vom Gewicht machen erholen und mit frischen Kräften am Samstag in den Wettkampf starten. Dies bekamen dann auch gleich seine beiden ersten Gegner zu spüren. Weder Patrick Nowotarski (Nordrhein-Westfalen) noch Martin Potz (Sachsen-Anhalt) konnten dem Druck des Gelenauers standhalten und mussten jeweils vorzeitige Niederlagen hinnehmen. Als Schlüsselkampf auf dem Weg zu einer Medaille sollte sich am Ende Richters dritter Kampf herausstellen. Gegen den Südbadener Denis Grethler lag Richter lange Zeit zurück, schaffte aber kurz vor Schluss den Ausgleich zum 2:2. Somit musste die Entscheidung in der Verlängerung per Zwiegriff fallen, in der der RSK-Athlet die Nerven behielt und durch einen Wurf gleich zu Beginn die entscheidende Wertung einfuhr. Nicht die Spur einer Chance hatte im nächsten Kampf David Merkle. Bereits nach 18 Sekunden legte Richter den Württemberger auf die Schultern und hatte damit bereits die Qualifikation für das Finale um Platz drei sicher. Im letzten Vorrundenkampf traf er am Samstag abend auf den bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Carlos Cardon (Hessen). Richter gab gleich zu Beginn eine Wertung ab und wurde bei Versuchen diesen Rückstand wieder zu bereinigen ausgekontert, so dass am Ende eine 0:9 Punktniederlage gegen den späteren Deutschen Meister zu Buche stand. Doch der amtierende Sachsen- und Mitteldeutsche Meister ließ sich auch von dieser Niederlage nicht aus dem Konzept bringen und mobilisierte am Sonntag morgen im Kampf um Platz drei noch einmal all seine Kräfte. Bereits klar in Führung liegend schaffte er kurz vor der Pause mit einem Hüftwurf den Schultersieg über Sandro Martin (Südbaden) und sicherte sich damit bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft gleich den Sprung auf das Treppchen und bescherte dem RSK die lang ersehnte Medaille. "Rico hat sich nicht unter Druck setzen lassen. Wir haben einfach von Kampf zu Kampf gedacht, wobei es ihm gelungen ist die physische Überlegenheit seiner Gegner durch seine starke Technik auszugleichen. Ziel war es unter die ersten zehn zu kommen, das es aber am Ende so gut geklappt hat ist fantastisch", äußerte sich der überglückliche Vater und Betreuer Ralf Richter nach dem Turnier.
Freie Presse (Björn Lehnert)