Gelenau.
 Es war knapp. Hauchdünn sozusagen. Und beinahe hätte es klappen können. Doch die Sensation blieb aus. Ungeschlagen kamen die Ringer der KG Rostock/Warnemünde ins Erzgebirge, und ungeschlagen fuhren sie wieder nach Hause. Der RSK konnte den Spitzenreiter auch diesmal nicht knacken. Trotz sechs gewonnener und nur vier verlorener Kämpfe reichten die Punkte am Ende nicht. Der 13:12,5-Sieg ging an die Ostseeküste. Dabei begann alles so hoffnungsvoll. Der Mecklenburger Steffen Lübke hatte gegen Daniel Franke das Nachsehen. Sebastian Ecklebe zog nach und spielte flink und gewandt mit seinem 33 Kilogramm schwereren Gegner Katz und Maus. Das Publikum tobte. Doch mit der Niederlage von Johannes Mai folgte der erste Dämpfer. Das große Zittern begann - auch auf der Trainerbank. Cotrainer Frank Niegisch schien völlig aufgelöst. Angespannt holte er immer wieder tief Luft, tänzelte nervös hinter der Bank herum und wischte sich mit dem Handtuch den Schweiß vom Gesicht. Entspannung brachte auch der 4:0-Sieg von Falk Hofmann nicht. Dem Publikum ging es nicht anders. Rufe und Pfiffe schwirrten ohrenbetäubend durch die Halle. Die Chemnitzerin Petra Rauchfuß rief ihren Mann, der sich lautstark ereiferte, immer wieder zur Ordnung. "Unglaublich", schüttelte sie schließlich lachend den Kopf und gab auf. Doch es kam noch dicker. Der genesene Carsten Einhorn feierte einen tollen Einstand. Unter dem Riesenjubel der Zuschauer besiegte er seinen Gegner. Trainer René Schreiter strahlte übers ganze Gesicht. Doch der Kampf von Robin Schmidt hatte kaum begonnen, da war er schon wieder vorbei. Ganze 28 Sekunden brauchte Norman Lübke, um den Gelenauer zu schultern. Vier wertvolle Punkte waren verloren. Und der Nervenkrieg ging weiter. Bei den Auftritten von Ingo Jäger und Ondrej Jaros kochte der Saal, doch obwohl beide punkteten, reichte es nicht. "Das war einer der besten Kämpfe, die wir dem Publikum gezeigt haben. Mit dem Ergebnis kann ich leben, aber es ist schade für die Mannschaft", sagte Schreiter am Ende. "Wir wussten, dass wir sieben gewonnene Kämpfe brauchen, um zu siegen. Rostock hat mit Martin Buhz, René Hoppe und Norman Lübke drei der deutschen Topleute." Zufrieden mit seinen Jungs war er dennoch: "Uns hat eben das kleine Quentchen Glück gefehlt."
Freie Presse (Thomas Schmidt)