Thalheim.
 Das heiße Erzgebirgs-Derby der 2. Ringer-Bundesliga hielt, was es versprach. Gastgeber RV Thalheim und der RSK "Jugendkraft" Gelenau schenkten sich keinen Millimeter, schafften jeweils fünf Siege und brachten die beiden Fanlager im mit 760 Zuschauern gefüllten Sportlerheim in Wallung. Am Ende entschieden die kleinen Punkte: 16,5:11 für Thalheim. Ob ein anderer Kampfrichter als Uwe Richter die "kleinen Feinheiten" anders gesehen hätte, bleibt Spekulation. Warum allerdings der Verband den Unparteiischen eines unmittelbaren Konkurrenten ansetzt, konnte niemand beantworten. Richter ist Tauchaer - und Taucha hat nach der Gelenauer Niederlage nun wieder Chancen, selbst den Bronzeplatz zu belegen ... Ungeachtet dessen verdiente sich Thalheim den Sieg durch die klareren Entscheidungen. Selbst wenn Gelenaus Jaros das Tschechen-Duell gegen Bielesz gewonnen hätte, wären die Gastgeber noch Sieger geblieben - bei nur 4:6 Einzelerfolgen. Denn die vorzeitigen "Platten", die Schmidt, Klunker und am Ende der für den kranken Ehold eingesprungene Manegold einsteckten, wären nicht aufzuholen gewesen. "Es war klar, dass wir sechs Einzelerfolge brauchen, aber zur Pause lagen wir 1,5 Punkte hinter dem Plan", meinte RSK-Trainer René Schreiter. Er hatte gehofft, dass Daniel Franke entscheidend, Falk Hofmann und der zwei Klassen aufgerückte Sebastian Ecklebe nach Punkten gewinnen und Johannes Mai nur knapp verliert. Bei Hofmann und Ecklebe ging dies auf, bei Franke und Mai nicht. Dass Robin Schmidt gegen Förster "abfliegen" würde, war zu befürchten und trat ein. Dennoch ging der RSK mit 7:6,5 in die Pause. Dass Kampfleiter Richter dann mit zweierlei Maß wertete, hatte niemand auf der Rechnung. So mussten Michael Wehlan und Ingo Jäger minutenlang in die Offensive, ehe ihre Gegner wegen Passivität zu Boden geschickt wurden, Verwarnungen gab es gar keine. So kamen nur knappe Siege heraus. Darunter litt auch Ondrej Jaros, der gegen den sein 1:0 verteidigenden Petr Bielesz die Chance gar nicht erhielt, eine Bodentechnik anzusetzen. So blieb es beim Sieg für Thalheim. Fazit: Für Gelenau wackelt der Bronzeplatz - Pausa und Taucha holten durch deutliche Heimsiege auf. Doch der RSK muss noch gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter ran: Am Sonnabend kommt Rostock.
Freie Presse (Thomas Schmidt)