Gelenau.
 Mit solch langen Gesichtern waren die Ringer des RSK "Jugendkraft 1898" Gelenau schon ewig nicht mehr aus der Halle im Gelenauer Sportareal "Erzgebirgsblick" gegangen. Der Saisonauftakt in der 2. Bundesliga am Samstagabend vor etwa 420 Zuschauern war ein Desaster. 6:22,5 ging die RSK-Mannschaft gegen Zittergegner Pausa/Plauen unter.
Trainer René Schreiter war so enttäuscht, dass er nach dem Kampf kaum ein Wort hervorbrachte. "Dass wir verlieren, war eigentlich schon vorher klar, aber so hoch ...", sagte er beinahe hilflos. Fünf Ausfälle von Leistungsträgern hatten schlichtweg nicht kompensiert werden können. Die drei höchsten Gewichtsklassen fehlten verletzungsbedingt; Neuzugang Dirk Trautmann war noch im Urlaub, Gelenaus Bastion Ondrej Jaros mit der tschechischen Nationalmannschaft unterwegs. So mussten Kämpfer der 2. Mannschaft die Löcher stopfen. Der verletzte Alexander Böhm gab sich kampflos geschlagen - so umging der RSK wenigstens die Strafe wegen Nichtbesetzung einer Gewichtsklasse. Doch auch die Legionäre patzten. Im Wissen darum, für seine Mannschaft möglichst vier Punkte holen zu müssen, ging Daniel Franke voll auf Risiko. Im ersten Kampf der Saison lag er zwar nach Punkten in Führung, wollte aber einen Schultersieg. Das wurde ihm zum Verhängnis: Sein Gegner legte Franke nach einer kleinen Unaufmerksamkeit gnadenlos auf die Schultern. Der 24-Jährige lag danach, den Kopf in den Händen vergraben, lange regungslos auf der Matte und konnte es nicht fassen. 84-Kilo-Mann Ingo Jäger stellte sich selbst ein Bein. Der Erfurter hatte seine Schnürsenkel nicht richtig zugebunden, so dass sie während des Kampfes aufgingen. Die Folge: eine Verwarnung für Jäger und ein Punkt für den Gegner. Der einzige Punkt in diesem Kampf.
Ein Lichtblick war nur Michael Wehlan, der in gewohnter Manier mit Feuer an die Sache ging, pfeilschnell agierte und mit seinem Gegner kurzen Prozess machte - der Kampf war schon nach 40 Sekunden vorbei. Steve Hinze feierte mit seinem Punktsieg einen gelungenen Einstieg bei den Gelenauer Ringern. "Wir werden das mit der Mannschaft auswerten. Es muss noch viel gemacht werden", sagte Schreiter, der mit seiner Mannschaft am nächsten Wochenende zum Aufsteiger KFV Leipzig reist.
Freie Presse (Nadine Koch)